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Die Macht um Acht (46)

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KenFM
KenFM
22 Feb 2021

Während im Kinderfernsehen der Sesam-Straße tapfer nach dem Wer, Wie, Was und sogar nach dem Warum gefragt wird, schweigt die Tagesschau eisern, wo Fragen dringend geboten wären. Typisches Beispiel ist die Affäre rund um die "Crypto AG", ein Laden, der von Bundesnachrichtendienst und CIA gekauft und der Siemens AG-gesteuert wurde. Zwar berichtete die ARD-Nachrichtensendung unter der Überschrift "Ein einmaliger Skandal" darüber, dass die Geheimdienst-Firma aufgeflogen war, hüllte sich aber sonst in Schweigen. Sogar über die Millionenprofite wurde berichtet, und über die schwarzen Kassen des BND musste die regierungsamtliche Sendung inzwischen berichten, nachdem sie jahrelang von nichts zu wissen schien. Aber die spätestens jetzt notwendigen Fragen wurden nicht gestellt.

Ein Fragenklassiker wäre der nach der Versteuerung des Geldes gewesen, denn nur so könnte man den mafiösen Zu- und Umständen der miesen Abhöraffaire auf die Spur kommen. Doch die Hamburger Redakteure schweigen. "Wer nicht fragt, bleibt dumm", weiß das Kinderlied zu singen und wer jetzt die Redakteure meint, der kennt nur die halbe Wahrheit. Dumm bleiben sollen vor allem die Zuschauer, die man bisher im Dunkeln über das Drumherum lässt. Das "Wer, Wie, Was" wird mal wieder nicht recherchiert, denn eine wesentliche Tugend des Journalismus, gute Fragen zur Aufklärung zu stellen, scheint die Hamburger Gurkentruppe nicht zu kennen. Dabei hätte man das Kanzleramt fragen können und müssen; auch die Frage an die Strafjustiz stellen, wann denn jene Verantwortlichen in den Knast gehen, die gemeinsam mit den US-Behörden über Jahrzehnte die Bundesbürger bespitzelt haben.

Statt knallharte Fragen nach der Rolle der Türkei zu stellen, erzählt die Tagesschau über eine sogenannte "Rebellenhochburg" in Syrien. Hier verstellt bereits das Wording, der Sprachgebrauch, die richtigen Fragen. Denn was da so romantisch "Rebellen" genannt wird, ist nichts anderes als der Tarnname für Khan al-Assal, Söldner des Emirat Kaukasus oder die islamistische Partei Turkestans. Diese Terrorgruppen gehören zu den Einheiten rund um den syrischen Ort Idlib. In dieser Gegend setzt die türkische Armee zu einer Offensive an und droht mit "Vergeltungsschlägen". Jetzt wären eigentlich interessante Fragen an das deutsche Außen- und Verteidigungsministerium fällig: Wie ist das deutsche Verhältnis zum NATO-Partner Türkei, die in Syrien zur Ausweitung des Krieges beiträgt. Doch die Redaktion stellt die Fragen nicht, die ja auch die Frage aufwerfen würde, was Deutschland eigentlich in der NATO macht und wie lange es denn noch in diesem aggressiven Militärbündnis verbleiben will.

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