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Ökonom Stelter warnt: "Da braut sich was zusammen" - Deutschlands schwere Jahre kommen

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Johannes Ehret
Johannes Ehret
28 Feb 2021

Dr. Daniel Stelter, Makroökonom, Strategieberater und Publizist, skizziert im Interview mit DDW die wirtschaftspolitischen Aufgaben Deutschlands. Eine Änderung der Stoßrichtung der Politik sei dringend nötig.

Wenn man ordentlich bilanzieren würde, sähe man, dass Deutschland in den letzten zehn Jahren immer ärmer wurde, sagt Dr. Daniel Stelter. Die Infrastruktur sei verfallen und man sei weitreichende Zahlungsverpflichtungen eingegangen. „Wir sind nicht vorbereitet, was in den kommenden Jahren an zusätzlichen Belastungen auf uns zukommt“, mahnt Stelter. Deutschland habe finanzpolitisch die letzten Jahre verschlafen, weil man im Zuge der Zinssenkungen der EZB davon profitiert hätte, dass der Außenwert des Euro gesunken sei.

Deutschland stünden vielfältige Herausforderungen bevor. Dazu zählten der massive Rückgang der Erwerbsbevölkerung, eine Deglobalisierung nach Corona sowie zusätzliche Lasten durch die Klimapolitik. „Da braut sich was zusammen“, so Stelter. Verteilungskämpfe seien die Folge.

Die Aufgaben Deutschlands
Was ist zu tun? Stelter fordert, dass Deutschland politisch professioneller gemanaged werden müsse. Man müsse die Folgen von politischen finanzpolitischen Entscheidungen besser abschätzen, sauberer rechnen und nachhaltiger denken. „Wir können nicht so tun, als seien finanzielle Mittel unbegrenzt vorhanden“, postuliert Stelter.

Es müssten zudem Maßnahmen ergriffen werden, die der demographischen Entwicklung Rechnung tragen: längere Jahres- und Lebensarbeitszeiten und höhere Produktivität seien hier gefordert. Stelter bemängelt zudem, dass sowohl privat, staatlich als auch von Unternehmensseite zu wenig investiert würde. Hier müsse die Politik gegensteuern. Zudem müsse das Steuer- und Abgabensystem reformiert werden.

Mehr von Dr. Daniel Stelter auf DDW: https://die-deutsche-wirtschaf....t.de/?s=daniel+stelt

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