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Trennbankensystem | Lexikon der Finanzwelt mit Ernst Wolff

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01 Apr 2021

Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! Lexikon der Finanzwelt erklärt uns heute: „Trennbankensystem“.Nach dem 1. Weltkrieg kam es zu einem kreditgetriebenen Wirtschaftsboom, der das Gesicht eines ganzen Jahrzehnts, nämlich der „Goldenen Zwanziger Jahre“ geprägt hat. Damals vergaben die Geschäftsbanken aber nicht nur massenweise Kredite, sondern spekulierten zunehmend mit Wertpapieren und gingen damit immer höhere Risiken ein.Im Oktober 1929 kam der Boom zu einem abrupten Ende: Der Jahrhundert-Crash an der New Yorker Börse führte zur Weltwirtschaftskrise und leitete die Große Depression der 30er Jahre ein. Eine der wichtigsten Folgen dieses Crashs für die USA war die Einführung eines Trennbankensystems.Dazu wurde ein Gesetz, nämlich der Glass-Steagall-Act, erlassen, der das amerikanische Bankwesen ab 1933 in zwei voneinander unabhängige Bereiche unterteilte: Einerseits die Geschäftsbanken, die weiterhin das klassische Einlagen- und Kreditgeschäft betreiben durften und deren Kunden eine Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Dollar garantiert wurde, andererseits die Investmentbanken, die mit Wertpapieren handeln, Börsengänge begleiten oder Vermögen verwalten durften – das alles ohne Einlagensicherung.Warum wurde diese Trennung vorgenommen? Aus einem einfachen Grund: Zahlreiche nichtsahnende US-Bürger hatten nach dem Crash erfahren, dass ihre Bankguthaben sich in nichts aufgelöst hatten – entweder, weil ihre Bank nicht mehr existierte oder sie – ohne das Wissen ihrer Kunden – mit deren Geld spekuliert und alles verloren hatte.Zusammen mit der um sich greifenden Arbeitslosigkeit und der daraus resultierenden Armut erzeugte das in der US-Bevölkerung einen erheblichen Unmut, der von den damals starken Gewerkschaften und zahlreichen politischen Organisationen aufgegriffen wurde und auf den die Regierung gezwungenermaßen reagierte.Es waren also nicht etwa intellektuelle Einsicht oder Vernunft, die zum Trennbankensystem führten, sondern der Druck der sozialen und politischen Verhältnisse. Und natürlich gefiel den Banken diese Regelung nicht, denn im Investmentbereich sind wesentlich höhere Gewinne zu erzielen als im Geschäftsbankenbereich.Doch schon wenig später kam es zum 2. Weltkrieg, an dem die US-Banken erneut durch Kreditvergabe hervorragend verdienten, und danach zum Nachkriegsboom, der ihr Geschäft weiter beflügelte. Als der Nachkriegsboom dann aber Mitte der 70er Jahre zu Ende ging, änderte sich das Bild: Die US-Banken begannen, über ihre Lobbyisten immer stärkeren Druck auf die Regierung in Washington auszuüben.Die reagierte auch, indem sie den Glass-Steagall-Act schrittweise aufweichte, zunächst einige Passagen neu interpretierte, später Ausnahmen zuließ und den Geschäftsbanken schließlich erlaubte, in den Handel mit Wertpapieren einzusteigen.Dann aber preschte ein anderes Land vor: Im Oktober 1986 kam es in Großbritannien zum Big Bang, dem finanzpolitischen „Urknall“. Die Regierung von Margaret Thatcher schaffte über Nacht die staatliche Überwachung von Kapitalbewegungen ab, hob die Trennung von Geschäftsbanken und Investmentbanken auf und erlaubte ausländischen Banken, sich in der City of London anzusiedeln... hier weiterlesen: https://bit.ly/3qRPeMDDie Zeit ist reif für ein demokratisches Geldsystem!Ernst Wolff arbeitete u. a. als Journalist, Dolmetscher und Drehbuchautor. Die Wechselbeziehung von Wirtschaft und Politik, mit der er sich seit vier Jahrzehnten beschäftigt, ist für ihn gegenwärtig von höchster Bedeutung: "Die Finanzkrise von 2008 und die Eurokrise waren nur die ersten Vorboten eines aufziehenden globalen Finanz-Tsunamis, in dem der IWF und seine Verbündeten auch in Deutschland zu Maßnahmen greifen werden, die wir uns heute noch nicht vorstellen können."Die Videos vom Wirtschaftsexperten Ernst Wolff sollen dem Zuschauer als umfassendes, audiovisuelles Finanzlexikon dienen. Komplexe Begriffe und Sachverhalte aus den oft undurchsichtigen Weiten der globalen Finanzwelt, werden auf ihren Wesenskern reduziert und auch für den Laien in verständlicher Weise erklärt.

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